Islay und Jura

Islay, die südlichste der Hebrideninseln, kann mit ihren acht noch aktiven Destillerien bei nur knapp 3500 Einwohnern wohl zu Recht als Whiskyinsel bezeichnet werden. Obwohl – 30.000 Schafe gibt es dort auch.

Schon bei der Ankunft mit der Fähre in Port Ellen springen uns die Lagerhäuser der nicht mehr in Betrieb befindlichen Port Ellen Distillery ins Auge, aus der dazugehörenden Mälzerei raucht es ordentlich. Es ist fast halb zehn Uhr abends und die Häuser des Hafenstädtchens liegen im Abendlicht. Und das ist um diese Zeit durch die nördliche Lage noch um einiges heller als bei uns.

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Sicherheitshalber haben wir unser Bed & Breakfast auf der Kintra Farm schon vorab online reserviert, da wir nicht noch in der Nacht auf die Suche nach einer Unterkunft gehen wollten und mit Hilfe unseres Navis haben wir die Farm auch bald gefunden. So groß ist Islay ja schließlich nicht.

Hinter der Farm sind es nur ein paar Schritte bis zum Meer und der Blick nach Westen liefert uns jeden Abend gewaltige Sonnenuntergänge.

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Eine Übersicht über Unterkünfte auf Islay findet ihr bei Islay Info.

Islay Whisky

Auf Islay gibt es acht Distilleries, die noch in Betrieb sind: Ardbeg, Bowmore, Bruichladdich, Bunnahabhain, Caol Ila, Kilchoman, Lagavulin und Laphroaig.

Jeder Whisky hat einen eigenen Geschmack, wobei die auf Islay gebrannten generell eher rauchig, torfig  oder gar medizinisch schmecken. Leider haben wir es nicht geschafft, alle Destillerien zu besichtigen. Oder eigentlich eher zum Glück für das Urlaubsbudget. Die eine oder andere Flasche ist dann doch in den Kofferraum gewandert. Schließlich ist der Whisky eine der Haupteinnahmequellen der Insel.

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Sehenswürdigkeiten

Ein wenig Kultur muss sein, darum haben wir uns das berühmte(?) Kildalton Cross angesehen. Das Steinkreuz stammt vermutlich aus der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts und wurde aus einem Stück gefertigt.

Eintrag Kildalton Cross bei Wikipedia

In der Nähe des Kildalton Cross sind wir auf einen gigantischen Haufen von Jakobsmuschelschalen gestoßen. Es konnte uns allerdings niemand sagen, ob die Muschelschalen für irgendetwas verwendet werden oder hier einfach entsorgt wurden. Witzig war es jedenfalls und ein paar davon sind als Andenken mitgewandert.

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Islay Beach Rugby

Durch Zufall sind wir auch auf eine jährlich auf Islay stattfindende Sportveranstaltung aufmerksam gemacht worden. Das Islay Beach Rugby, dessen Motto „Eat Sand!“ schon vermuten lässt, dass es hier ordentlich zur Sache geht.

Eine Ärztin, die wir in Bowmore kurzfristig aufsuchen mussten, hat uns auf dieses sportliche Highlight hingewiesen und erwähnt, dass sie für die medizinische Betreuung zuständig ist. Sie hatte dann auch ganz gut zu tun, wie wir später festgestellt haben.

In Port Ellen, am Strand direkt vor dem White Hart Hotel, tummeln sich schon begeisterte Menschenmassen. Für Speis und Trank ist bestens gesorgt, die obligatorische Pipe Band darf natürlich auch nicht fehlen.

Der Event wird jedes Jahr von einer der Destillerien gesponsert, die auch eigene Mannschaften stellen. Somit messen sie sich auch einmal im Jahr abseits der Whiskyproduktion, die an diesem Tag selbstredend still steht. An die 20 Teams, sowohl Herren- als auch Damenmannschaften, versuchen mit vollem Körpereinsatz zu punkten. Ein Riesenspaß für Zuseher und Teilnehmer!

Infos des Islay Rugby Club

Isle of Jura

Wenn man schon auf Islay ist, dann lohnt sich auch ein Abstecher mit der Fähre von Port Askaig aus auf die Nachbarinsel Jura. Ein wenig Wartezeit sollte man einplanen, da die Fähre wirklich klein ist und wahrscheinlich nicht mehr als sechs Autos zugleich transportieren kann.

Auf Jura teilt man sich die schmalen Straßen dann mit Rad- und Motorradfahrern, Autos, Kühen, Hochlandrindern oder Rotwild. Davon sind Unmengen direkt vom Auto aus zu sehen. Auch die inzwischen vom Aussterben bedrohten, typischen roten Telefonzellen sieht man hier noch relativ häufig.

Die Insel hat zwar nur ungefähr 180 Einwohner, aber trotzdem eine eigene Whiskydestillerie, die Isle of Jura Distillery, und sogar ein Hotel, vor dem dank des milden Klimas sogar Palmen wachsen.